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Bassposaune Armin Leyener

B/F/D-Ventilkombination
Thayer Axialventile (auf Wunsch andere Ventile möglich); inline, open wrap
Bohrung: 14,3 mm
Schallstück in Goldmessing und austauschbar; 255 mm oder 275 mm
Ausfertigung und Lackierung je nach Wunsch
Zug nach Wahl
Preis: ab ca. 5000,- EUR je nach Konfiguration und Ausstattung

Modell M.W. Bild 1, Bild 2, Bericht

Einventilige Bassposaune Armin Leyener

B/F "open flow" Ventil von Meinlschmidt, (auf Wunsch auch mit klassischem oder Thayer-Ventil erhältlich)
open wrap
Ventil-und Stimmbogen asymmetrisch und handgedrückt
Bohrung 14,3 mm
Schallstück in Goldmessing und austauschbar; 255 mm
Instrument unlackiert und mattgebürstet (andere Oberflächenbehandlungen und Lackierung ggf. verfügbar)
Zug nach Wahl
Preis: ab ca. 3800,- EUR je nach Konfiguration und Ausstattung

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Zur Bassposaune mit 2 Ventilen:
In Netphen-Nenkersdorf bei Siegen baut Armin Leyener Posaunen in Kleinserie. Die Ausstattung (und somit der Preis) richtet sich nach den Wünschen des Kunden, der jederzeit freundlich und kompetent beraten wird: Herr Leyener ist "nebenbei" studierter Posaunist und so ist die Beratung denkbar fundiert.
Ich spiele eine eine Konfiguration mit Thayer Ventilen mit Minibal Mechanik, asymmetrischem Stimmzug und handgehämmertem, einteiligem, unlackiertem Schallstück mit 275 mm Durchmesser. Das Schallstück ist wechselbar und lediglich an einem Punkt mit einer Schraube an einem Ventilbogen verbunden, so dass der Becher so wenig wie möglich am Schwingen gehindert wird. Die Ventilbögen stützen sich durch drei Verschraubungen gegenseitig. Stützen und Haltestege sind so auf ein Minimum reduziert. Durch diese Bauweise wirkt das doch sehr grosse Instrument nicht plump, sondern wartet mit einer aufgeräumten Optik auf. Die Verarbeitung ist insgesamt von bester handwerklicher Qualität - kein Vergleich mit den Serieninstrumenten diverser amerikanischer Hersteller.
Die Posaune liegt hervorragend in der Hand und ist sehr gut ausbalanciert. Mit der Daumenstütze kann man auch längere Zeit ermüdungsfrei spielen.
Trotz des grossen Bechers spricht das Instrument erstaunlich leicht an; auch in der Höhe muss man sich nicht allzu sehr plagen. Ein großes Mundstück ist Pflicht, um das Optimum herauszuholen. Der Becher hält den Ton gut zusammen und es Bedarf einer wirklichen Kraftanstrengung, um einen schmetternden, "blechigen" Klang hervorzurufen. Zum Vergleich: Eine Edwards - als typisch amerikanische Posaune - klingt deutlich kompakter, kerniger und zentrierter.
Diese Posaune hat einen gewissen egozentrischen Charakter - sie ist sehr päsent. Wer ein Instrument sucht, um sich gemütlich in der Gruppe zu verstecken, ist damit falsch bedient.
Im sinfonischen Blasorchester (oder sonstigen großen Besetzungen) kann man mit ihr im piano wunderbar warme, volle Klangteppiche legen. Oder im forte und lauter fette Fundamente bauen. Darf sie in einer kleinen Blechensemblebesetzung allein die Baßstimme übernehmen, brilliert sie grenzenlos in allen Lagen, ohne die andern Stimmen zuzumulmen. Und im Posaunenchor spielt sie bei Bedarf auch mal eine kompakte Tubastimme.
Für die Unterhaltungsmusik oder die Bigband ist sie jedoch ein wenig zu schwerfällig; der Klang ist zu dunkel und auf Dauer sind hohe Stimmen doch anstrengend. Aber für solche Einsätze kann Herr Leyener sicherlich eine passendere Konfiguration empfehlen.
Fazit: In der vorgestellten Konfiguration ein tolles Orchesterinstrument mit einem wunderbaren warmen, vollen Klang irgendwo zwischen amerikanischer und deutscher Posaune.
Je nach Auftragslage muss man ein wenig Zeit einplanen, bis man sein Instrument bekommt. Dafür hat man dann ein Stück handwerklicher Wertarbeit mit pfiffigen Details.

Zur einventiligen Posaune:
Kleine Sinfonieorchesterbesetzungen? Unterhaltungsmusik? Strahlender Hochbass an der Seite einer guten Tuba? Baßstimme im kompakten dreistimmigen Posaunensatz? Etwas "Besonderes" für den ambitionierten Posaunenchorbläser?
Wer eine Posaune für solche Zwecke sucht, ist mit diesem Instrument bestens bedient.Die Bauweise ist absolut minimalistisch; die Ventilschlaufe hat lediglich eine stützende Verbindungsstelle zum Hauptrohr kurz hinter dem Ventil, eine Verschraubung mit dem Schallbecher und einen Quersteg - weniger geht nicht mehr. Das ganze ist so leicht, daß sogar ein kleiner Balancer an den Quersteg muss - im vorliegenden Fall aus einem Lapislazuli gearbeitet. Das Meinlschmidt Ventil fügt sich in dieses Leichtbaukonzept wunderbar ein und gewährleistet einen guten Luftdurchgang bei wenig Wiederstand. Das Ventilgestänge ist sauber verarbeitet; kein Wackeln, kein Klappern; alles läuft leichtgängig und fast lautlos. Da könnten sich die Bach'schen Ventilbauer mal etwas abgucken.
Das "Handling" ist durch die leichte Bauweise natürlich ein Traum; das Instrument liegt leicht und perfekt ausbalanciert in der Hand.
Klanglich ist es immer noch eine vollwertige Bassposaune. Der grosse Becher sorgt für ordentlich "Sound" und trotz Leichtbauweise ist der Klang stabil und keineswegs flatterig. Locker und leicht von hoch nach tief spielt man sich durch alle Lagen. Nicht fett oder brachial, sondern einfach ... schön.
Das fehlende zweite Ventil wird man bei den skizzierten Einsatzbereichen nur selten vermissen - dafür aber um so mehr das leichte, freie Spielgefühl schätzen.
Die matte Optik zusammen mit den asymmetrischen Bögen machen das Instrument zu einem echten Hingucker. Da Armin Leyener die Instrumente nur auf Bestellung baut, kann man sich aber natürlich Ausstattung und Optik individuell aussuchen.
Thomas Gronemeyer

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