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NEU: Bassposaune “Universal”
NEU: mit Thayer-Axial-Ventilen
NEU: Schallstück mit Schraubrand

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Modell Universal

Ventilkombination: B/F/D
Hagmann-Ventile, in line, open wrap
konische Bohrung: 13,90 / 14,40 mm
Schallbecher: 240-270 mm
verschraubt und wechselbar in Goldmessing, Messing, Kupfer, Silber und Kruspemetall - mit und ohne Kranz.

Messing: 8338.- Euro
Goldmessing: 9060.- Euro

Schallbecher in Thein-Kruspe-Metall: 203.-
Gravur am Kranz: 388.-
Handrückenstütze: 203.-
Schlangenverziehrung: 269.-
zusätzliches Mundrohr: 192.-
schraubbarer Schallbecher: 294.-

 

 

Thayer-Modell

Ventilkombination: B/F/D
Thayer-Axial-Ventile, in line, open wrap
konische Bohrung: 13,90 / 14,40 mm
Schallbecher: 240-270 mm
verschraubt und wechselbar in Goldmessing, Messing, Kupfer, Silber und Kruspemetall - mit und ohne Kranz.

Messing: 8338.- Euro
Goldmessing: 9060.- Euro

Schallbecher in Thein-Kruspe-Metall: 203.-
Gravur am Kranz: 388.-
Handrückenstütze: 203.-
Schlangenverziehrung: 269.-
zusätzliches Mundrohr: 192.-
schraubbarer Schallbecher: 294.-

 

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Ben van Dijk-Modell

Ventilkombination: B/F/D
Hagmann-Ventile, in line, open wrap
konische Bohrung: 13,90 / 14,40 mm
Schallbecher: 240-270 mm
verschraubt und wechselbar in Goldmessing, Messing, Kupfer, Silber und Kruspemetall - mit und ohne Kranz.

Messing: 8338.- Euro
Goldmessing: 9060.- Euro

Schallbecher in Thein-Kruspe-Metall: 203.-
Gravur am Kranz: 388.-
Handrückenstütze: 203.-
Schlangenverziehrung: 269.-
zusätzliches Mundrohr: 192.-
schraubbarer Schallbecher: 294.-

 

 Old German Style

Ventilkombination: B/F/D
Standardventile, in line, open wrap
konische Bohrung: 13,90 / 14,40 mm
Schallbecher: 240-270 mm
mit breitem Kranz mit Krönchenmuster
Lange Wasserklappe auf Wunsch.

Messing: 7134.- Euro

mit Drehventilen

Ventilkombination: B/F/Es mit D-Bogen
Standardventile, in line, open wrap
konische Bohrung: 13,90 / 14,40 mm
Schallbecher: 240-270 mm
verschraubt und wechselbar in Goldmessing, Messing, Kupfer, Silber und Kruspemetall - mit und ohne Kranz.
Lange Wasserklappe und Schlangenverzierung auf Wunsch.  

Messing: 7078.- Euro
Goldmessing: 7798.- Euro

mit Thein Stern Ventilen:
Messing: 7664.- Euro
Goldmessing: 8383.- Euro

mit "Bartok"-Ventilteil

konische Bohrung: 13,90 / 14,40 mm
Quartventil mit Zug für Schnellwechsel F zu Es Schallbecher: 240-270 mm

Ventilteil: 3359.- Euro,
mit Hagmann 3959.- Euro

 

 

Ich war letzte Woche in Bremen und kann jeden zu einer Wahl einer Bassposaune "Ben van Dijk" mit Schraubbecher - nur beglückwünschen. Habe noch nie ein solches Instrument in der Hand gehabt. Mischt sich wunderbar, ist trotzdem präsent, hat einen eigenen Charakter und ist wesentlich leichter als z.B. eine Edwards mit den Thayer Ventilen. Der Schraubrand hat tatsächlich einen spürbaren Effekt auf den Ton.
Thomas Winter

Baukastensystem aus Bremen - Die Bassposaunen der Firma Thein
von Josua S. Zwanzger

Aus dem Hause der Brüder Max und Heinrich Thein, Global Players der deutschen Posaunenbautradition, bereichern vier Exemplare mit unterschiedlichen Ventilsystemen den Markt der Bassposaunen. Man bekommt die klassischen Zylinderventile oder sog. „Sternventile“, ebenfalls Zylinderventile, bei denen die Rohrverläufe optimiert wurden, das Modell „Ben van Dijk“ mit Hagmannsystem und als neueste Bassposaune eine mit Thayer-Axial-Ventilen.
Nun muss man sich für einen Test glücklicherweise nicht gleich vier Posaunen kommen lassen, sondern nur die verschiedenen Ventilsektionen. Zug und wechselbarer Schallbecher genügen in einfacher Ausfertigung, ein Hauptstimmzug passt in drei Posaunen, das Thayer-Modell braucht einen eigenen Stimmzug.
Dieses Baukastensystem, bei dem (fast) alles zu allem passt, ist einzigartig und ermöglicht nicht nur Musiker/innen ihre ganz individuelle Bassposaune zu gestalten, sondern auch uns in einem Test herauszufinden, was welche Ventile bewirken und für wen bzw. welche Musik welche Posaune sinnvoll sein könnte. Vielleicht ist am Ende sogar eine darunter, die eine „Allround“-Wertung für sich entscheiden kann.

Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass das fünfte Bassposaunenmodell „Old German Style“ bei diesem Test außen vor blieb.

Die Ausstattung der Testexemplare

Die Ventile aller vier Instrumente sind unabhängig (inline) gebaut, mit gesplitteter Mechanik versehen und laufen schnell und präzise. Allerdings kann sich keines durch einen extrem kurzen Hebelweg hervortun.
Die Posaune mit dem klassischen Ventilsystem besitzt Ventilbögen aus Messing. Die Trigger für Daumen und Mittelfinger sind hier einstellbar. Am nach unten gebogenen Rohr des Quartventils sitzt, ebenso wie beim Modell „van Dijk“, eine Handrückenstütze. Dieser Rohrverlauf gehört zu einer bautechnischen Variation, die schon früher verschiedene Instrumentenbauer verwendeten und die Anfang der 70er Jahre durch das Modell „Cieslik“ aus dem Hause Lätzsch fest im Markt verankert wurde (vgl. auch die Bassposaune von Kromat). Alleine die Theins nützen diese Bauweise für zweierlei: eben für die erwähnte Handrückenstütze und für eine Verschraubung des Ventilrohres mit dem Schallbecher, eine Lösung, die der Tendenz des Hauses Thein zum Leichtbau Rechnung trägt.  
Die Sternventile und die Hagmänner lassen bei Betätigung den Luftstrom durch Rohre aus Goldmessing fließen. Wie beim klassischen Modell können Musiker/innen mit Sternventilen die beiden Drückerplatten einstellen, beim Model „van Dijk“ bleibt es für den Mittelfinger vorbehalten.

Schließlich präsentiert das Thayer-Axial-System seine Ventilbögen aus Messing, den Daumentrigger mit schönem Holz und die Drückerplatte für das zweite Ventil wie üblich aus Metall und einstellbar.

Viele Querstege und Stützen haben die Meister aus Bremen noch nie gemocht. Denn ohne sie kann sich das Instrument möglichst ungehindert und frei entwickeln. Ein leichte Ansprache und Obertonreichtum sind ebenfalls Konsequenzen dieser Bauweise. Für die Thayer-Ventilsektion bedeutet das – trotz der meisten Stützen in dieser Bassposaunenserie - eine weltweite Besonderheit, weil die Querstege gekürzt wurden, so dass hier kein Kontakt zum Schallbecher mehr da ist, und die bei den Theins üblichen Verschraubungen angebracht werden konnten. 
Jedes Ventilsystem bekam für diesen Test einen Komponentenrahmen aus konischem Neusilber-Zug, aus einem schraubbaren Schallbecher aus Thein-Kruspe-Metall, 26 cm im Durchmesser, versehen mit einem 3 cm Kranz mit Krönchenmuster und einem Hauptstimmzug ebenfalls aus Thein-Kruspemetall mit Schlangenverziehrung. Für das Thayer-Modell bekamen wir einen Hauptstimmzug aus Goldmessing mit Kappe und Eichel mitgeliefert. Wegen des kürzeren Rohres oberhalb des zweiten Ventils wird analog ein kürzeres Rohr am Stimmzug nötig. 
Für unseren Test behandelten wir die zwei leicht verschiedenen Hauptstimmzüge als völlig gleichwertig.
Auffällig bleiben die Rillen, mit denen sich die Zwingen und die Anstoßringe am Zug schmücken. Wieder eine konzeptionsbedingte Bauweise. Die Rillen sollen die Oberfläche des Instruments vergrößern (ähnlich wie Schlangen und Krönchenmuster am Schallbecher) und dadurch einen farbigen und färbbaren Klang ermöglichen. Die Bassposaune, die am ehesten eine Verwandtschaft mit anderen Bautraditionen entdecken lässt, das Thayer Modell, besitzt im Ventilsystem nichts davon. Vielleicht schon ein Hinweis auf das klangliche Verhalten. 

Erste Bewertungen

Die Optikwertung kann kein Modell klar für sich entscheiden. Jedes hat eine gewisse Individualität. Wobei die Posaune „Ben van Dijk“ natürlich hervorsticht. Trotzdem sind die Bassposaunen sowohl mit den klassischen oder den Sternventilen, als auch mit Thayerventilen einfach schöne, perfekt verarbeitete Posaunen. Was für manche sicher kein wichtiges Kriterium ist, für mich aber ein entscheidendes Stück Wohlgefühl auslöst, das untrennbar zum Musizieren gehört, um Musik adäquat gestalten zu können.
Darüber hinaus bleibt es ein Vergnügen mit diesem Baukastensystem „zu basteln“. Alles passt spannungsfrei ineinander, lässt sich problemlos bewegen und verschrauben.
Und die Ergonomie? Bei schwereren Instrumenten, wie einer Bassposaune, ein neuralgischer Punkt. Diese Wertung geht für mich klar an die klassische Posaune. Sie hält sich am ausgewogensten und mit der Handrückenstütze am bequemsten. Danach folgt Ben van Dijks Modell, weil es etwas stärker nach vorne zieht. Beide Instrumente könnten zusätzlich noch mit einer Daumen-Zeigefinger-Stütze versehen werden und dann darf sich wirklich niemand mehr beklagen.
Eine zufriedenstellende Ergonomie bieten das Sternmodell und die Thayers, wenn sie mit einer Daumen-Zeigefinger-Stütze versehen sind. Bei letzterer gibt es noch nichts aus dem Hause Thein, aber es ist Platz für eine Stütze, wie es sie z.B. für Edwards oder Bach zu kaufen gibt. Bei dem Mehrgewicht der Kegelventile für mich ein „Muss“. 

Bläserisches Verhalten und Klang

Die klassische Bassposaune besticht durch ihren direkten und hellen Klang. Egal, ob es um eine schnelle Passage geht, wie z.B. im Vivace der „Schöpfung“ von Haydn, oder um eine Pianissimo-Phrase, wie im 4. Satz der „Rheinischen“ von Schuhmann, oder um ein Motiv, bei dem man „zulangen“ darf (z.B. der Walkürenritt), das Instrument zeichnet sehr gut und klar. Jeder Ton kann sofort exakt auf den Punkt gebracht werden und es entwickelt sich nach kürzester Zeit ein angenehmes bläserisches Gefühl.
In der Ventillage ändert sich dies etwas. Spontan spürt man die Engstellen der klassischen Zylinderventile, v.a. im Doppelventilbereich (z.B. beim großen C aus dem Choral im 4. Satz der 1. Sinfonie von Brahms). Wenn man allerdings eine Zeit lang gespielt hat und weiß, wie die Ventile ansatztechnisch zu bedienen sind, dann geht es leichter. Trotzdem bleibt gegenüber der ventillosen Lage ein höherer bläserischer Aufwand und man wünscht sich mehr Offenheit.
Dass mit den veränderten Rohrverläufen tatsächlich eine Optimierung gelungen ist, spürt man sofort, wenn man die Posaune mit den Sternventilen im (Doppel)-Ventilbereich bläst. Einen Quantensprung gegenüber der klassischen Bauweise kann man trotzdem nicht feststellen, aber es fühlt sich etwas freier an, mit weniger Widerstand.
Insgesamt klingt die Bassposaune dunkler und weicher, sie weitet sich und wird gestaltbarer, was m. E. weniger an den Sternventilen liegt, als vielmehr am Goldmessing. Hier, am Metall, würde ich auch die Ursache für die weniger direkte Ansprache fest machen.
Einen weiteren, nein einen riesigen Schritt in der Evolution der Thein´schen Bassposaunenserie stellt das Modell „Ben van Dijk“ dar. Dieses Instrument lässt einem alle Freiheiten, die man sich nur wünschen kann! Klanglich in jede Richtung gestaltbar, sei es mit hornigem Charakter, samtig-dunkel oder typisch posaunistisch, klar und zentriert. Dynamisch extrem wandelbar, ausdrucksstark und durch die offenen Hagmann Ventile in der tiefen Lage leicht zu spielen.  
Wenn aber jemand von seinem Instrument Führung erwartet, dann wird er sich im ersten Moment mit dieser Bassposaune schwer tun. Ein Kennenlernen und ein Zusammenwachsen mit diesem Instrument bedeutet Zeitaufwand. Die Posaune fordert Kompetenz und Beherrschung. Man selbst muss sehr stabil sein und zentrieren und artikulieren können. Wenn man einmal flapsig formulieren möchte: „Die Posaune kann alles!“, dann muss man bei diesem Instrument hinzufügen: „Und es wäre nicht schlecht, wenn das der Bläser auch kann!“ Das klangliche Ergebnis rechtfertigt den Aufwand aber in jedem Fall!
Ein Irrtum wäre nun, anzunehmen, dass das neueste Modell der Brass Brothers Max und Heinrich wieder eine Weiterentwicklung der bisherigen Serie sein soll oder sein möchte. Die Posaune mit den Thayer-Axial-Ventilen stellt sich für mich als ganz eigenständig dar, klanglich ganz grob zu positionieren zwischen typisch deutsch und typisch amerikanisch. Eine ähnliche Ausrichtung gelingt Hans Kromat mit seiner Thayer-Bassposaune.
Von den vier Modellen der Theins schenkt das Neueste dem Bläser spontan am meisten Luftfluss, am wenigsten Widerstand über alle Lagen hinweg. Am Mundstück rein, am Schallbecher raus und das ganz ungehindert und frei. Es unterstützt die Tonfindung am stärksten und wirkt sehr präsent im Klang, mit deutlich mehr Abstrahlung nach vorne. Dynamisch und klanglich lässt es sich weniger gestalten, als das Modell „van Dijk“ und im Fortissimo bekommt es die größte Wucht aller vier. Welche Rolle hier die engeren Durchmesser der Ventilbögen gegenüber den der anderen drei Theins spielen, bleibt noch einem anregenden und freundlichen Gespräch mit Heinrich oder Max vorbehalten. 

Stichwort Faszination

Die Posaunen aus dem Hause Thein kosten viel Geld, sie repräsentieren exklusiven Posaunenbau in bester deutscher Handwerkstradition, aber sie haben auch immer eine faszinierende Ausstrahlung. Wann immer ich die Posaunen jemand anderem zum Spielen in die Hand gab, übte das „van Dijk“ Modell die größte Faszination aus. Auch für mich selbst gewinnt die Posaune diese Wertung. Sie ist aus einem Guss, konsequent neu designt, einzigartig und unglaublich ästhetisch.
Nur bei technisch sehr interessierten Männern (!) konnte die Thayer-Posaune aufholen. Diese vielen Schräubchen, Stege und Halterungen bringen die Finger zum Kribbeln und rufen das Bedürfnis hervor, überall doch einmal schrauben zu müssen, um die verschiedenen Funktionen zu überprüfen.

Fazit: Für wen was?

In der Wertung, in der es um die Allroundeigenschaften geht, kann sich für meinen Geschmack das Thayer Modell an die Spitze setzen. Mit ihr ist alles machbar und dafür bietet sie ein freies Blasgefühl mit klarer Führung, mit deshalb eingeschränkten gestalterischen Möglichkeiten, die aber ausreichend sind und mit maximal offenen Ventillagen. 
Das Thein Modell „Ben van Dijk“ ist eine fantastische Posaune, die ihre erste Heimat im Sinfonieorchester und im Ensemble hat. Als solistisches Instrument bietet sie alles, was man erwarten kann, gerade weil die Hagmann Ventile perfekt zu ihr passen. Ich persönlich würde sie am wenigsten im jazzigen Bereich oder in der Big Band verwenden.
Die anderen beiden Posaunen positionieren sich dazwischen. Es gibt etliche Bläser/innen, die den Widerstand der Zylinderventile bevorzugen. Welches dann von den beiden verbliebenen Modellen die persönlichen Vorlieben mehr trifft, bleibt Geschmacksache. Aus meiner Sicht kann hier die klassische Posaune in der Allround-Wertung mehr punkten, als das Sternmodell.
Abschließend soll noch hervorgehoben werden, dass jedes dieser Modelle in jedem gewünschten Metall zu bekommen ist. Für die Menge der Variationen, die dann noch mit anderen Mundrohren, Stimmzügen und Schallbechern bei jedem der vier Bassposaunen möglich sind, sollen sich Mathematiker zuständig fühlen.

Hersteller: Max und Heinrich Thein GbR
Kontakt:
www.thein-brass.de, www.basstrombone.nl

Pro und Contra
+ Ausstattung und Verarbeitung
+ Klang und Intonation
+ musikalische Gestaltungmöglichkeiten
+ Individualität und Exklusivität

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