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YBL 822 G, Xeno-Serie

Stimmung: B/F und B/F/D
offset, open wrap
Bohrung: LL: 14,3 mm (0,563 Zoll)
Schallbecher: Goldmessing, 241,0 mm (9,5 Zoll)
 Klarlack

YBL 830, Xeno-Serie

Stimmung: B/F/D
inline, open wrap
Bohrung: LL: 14,3 mm (0,563 Zoll)
Schallbecher: Messing, 241,0 mm (9,5 Zoll)
 Klarlack

YBL - 605, deutsche Bauweise

Ventilkombination: B/F/Es
inline, open wrap
Bohrung: 13,9 / 14,3 mm (.547" - .563")
Schallbecher: 25,5 cm (10")
Goldmessing

YBL - 620 G

Ventilkombination: B/F/Es mit D-Zug
offline, open wrap
Bohrung: 14,3 mm (.563")
Schallbecher: 24,1 cm (9-1/2")
Goldmessing

zur YBL 612

Zu meiner Yamaha YBL612R kam ich eher durch Zufall. Nachdem ich einige Mal Aushilfsweise in einer befreundete Bigband 4.Posaune auf meiner alten Olds Tenorposaune mit Bassposaunenmundstück gespielt habe, musste eine echte Bassposaune her. Bei Ebay wurde ich fündig. Nachdem Bernd Schramm (Köln) mir die Bedienung des kleinen Ventils mit Miniball Gelenk auf den Mittelfinger gelegt hat, ist sie für meine Ansprüche sehr in Ordnung. Ich mag den Sound und überlege sogar, ob sich ein Umbau auf große Ventile(inline)und Open Wrap Ventilzüge lohnen würde, um "meine" Kanne auch in den Doppelventillagen richtig losgehen zu lassen.
Helmut Sablewski, Duisburg


Als ich angefangen habe, "richtig" Bassposaune zu spielen, brauchte ich eine Posaune, die leicht anspricht und die von der Abstimmung her gut in einen Posaunenchor bzw. eine Big-Band
passt. Dazu durfte sie auch nicht allzuviel kosten, da damals als Student mein Budget beschränkt war. Mein Lehrer und mein Instrumentenhändler haben mir unabhängig voneinander diese Posaune empfohlen und nachdem ich sie 2-3 Wochen lang ausprobiert hatte, war ich auch ziemlich begeistert von der Kanne: Leichte Ansprache auch mit beiden Ventilen, ordentlicher, ausgewogener Sound und für einen Bassposaunenneuling gut beherrschbar.  Jetzt spiele ich Blasorchester und Ensemble und das Instrument genügt meinen - mitterweile durchaus gewachsenen - Ansprüchen immer noch völlig. Fazit: Für den Amateur ist die 612 für die meisten Anwendungen (symphonisches Orchester und Brassband ausgenommen) eine qualitativ hochwertige und vor allem preiswerte Alternative zu Bach & Co.
Thomas Gronemeyer, Lausanne

Als ich zur Bassposaune wechselte, habe ich mir im Jahre 2001 eine Yamaha YBL 612 RT zugelegt. Ausschlaggebend war damals natürlich der Preis, aber auch der Vergleich beim Händler mit anderen Instrumenten, die zwar deutlich teurer, aber nicht unbedingt entsprechend besser waren. Später habe ich noch eine alte (15 Jahre) Conn 111 H meinem Lehrer abgekauft. Außerdem habe  ich Schritt für Schritt das Mundstück "vergrößert" (aktuell JK 1 AK). Mit der Yamaha bin ich sehr zufrieden. Die Verarbeitung ist im Großen und Ganzen tadellos. Lediglich an den Griffstellen blättert der Lack ein wenig und vor kurzem ist mir das Gummi am Zugbogen abgefallen. Der Zug läuft wunderbar und ist sehr leichtgängig. Allerdings muss man beim Auseinanderbauen aufpassen, dass man den Zug nicht ans Schallstück stößt; schnell ist eine kleine Beule drin. Die Ventile sind leichtgängig und erstaunlich leise. Hin und wieder etwas Öl, und nach fünf Jahren merkt man kaum Abnutzungserscheinungen, obwohl ich viel spiele. Die Stimmung des Instrumentes ist erstaunlich gut, allerdings musste ich den Stimmbogen verkürzen, um die in den Orchestern verbreite 443 bzw. 444 Stimmung ohne Anstrengungen zu erreichen. Das übliche Ausgleichen liegt im Rahmen des Üblichen.
Der Sound ist in der Tiefe schön kräftig und warm, dabei aber ausreichend kraftvoll, um auch in einem Sinfonieorchester mithalten zu können. Hier schlägt die Yamaha eindeutig die Conn, allerdings war hierfür auch das Spielen auf den großen Mundstück ausschlaggebend. Die Töne sprechen leicht an, beim Benutzen der Ventile muss man zwar Abstriche machen, aber es ist noch im Rahmen. Ein Kollege, der seit Jahren auf Laetzsch spielt, war über den Klang sehr positiv überrascht. In der Höhe zeigt sie ihre Schwächen. Hier ist die Conn ab dem Kleinen b klanglich überlegen. Ab dem f´ wird es auch deutlich mühsamer, richtig schwierig ist erstaunlicherweise die b´ Lage, darüber wird es dann wieder leichter. Aber das sind ja auch nicht die eigentlichen Bassposaunenlagen, so das es auch akzeptabel ist.
Die Yamaha ist im Laienbereich für den Einsatz in Bläserkreisen/Posaunenchören für die Bassstimme unschlagbar; sie gibt ordentlich Sound, ohne den Rest zuzumulmen. Fürs Sinfonieorchester ist sie gut, natürlich kommt sie an eine Laetzsch oder ähnliches nicht ran. Lediglich im Posaunenquartett ziehe ich den schlankeren Sound der Conn vor, da hier die Gefahr besteht, sich zu sehr in den Vordergrund zu blasen.
Im Ergebnis ist die Yamaha für mich als gehobener Amateur ein Instrument, dass vor allem durch das Preis/Leistungsverhätnis überzeugt hat.
Von untergeordneter Bedeutung ist hierbei sicherlich, dass sie mit dem rotgoldenen Becher ein Blickfang ist, der vor allem Nicht-Posaunisten gefällt
Sören Jacobsen, Berlin

zur YBL 622
Nach 10 Jahren Edwards (was die Meßlatte ja ziemlich hoch legt), spiele ich jetzt seit ca. einem Monat auch eine YBL-622. Der Klang ist am besten mit rund, kompakt, dunkel zu beschreiben, im ff kernig, aber nicht übersteuernd – eigentlich Yamaha untypisch. Die Ventile sind nicht ganz so offen wie Thayer, dafür mehr zentriert. Die Stimmung ist gut, ich kam von Anfang an gut mit dem Instrument zurecht - an die fehlende (in-line) Ventilmöglichkeit des-ges hat man sich schnell gewöhnt. Die Verarbeitung ist tadellos. Man kann die 622 "aus dem Kasten" heraus spielen, ohne irgendwelche Handstützen oder ähnliches zu benötigen, da sie sehr ausgewogen in der Hand liegt. Weniger geeignet erscheint sie mir für Big Band, Musical usw. - sie liefert dafür nicht den typischen Sound. Ansonsten kann ich sie für den Orchestergebrauch durchaus empfehlen und man sollte sich nicht an dem Namen "Yamaha" stören.
Uwe Firl, Bassposaunist in Rudolstadt

aus SONIC 5/2003 “Bassposaunen im Test”, von Ansgar Nake

Yamaha YBL 620 G und Jupiter JP-740 L

Nicht mehr ganz jung (nun schon zwei Jahre alt) ist die '620' von Yamaha; Jupiter feierte vor fast einem Jahr mit der '740' Premiere - die erste Bassposaune des taiwanesischen Herstellers überhaupt. Beide liegen mit einem Preis von unter EUR 3.000 fast gleich auf und gehören zum Standard-Repertoir des Fachhandels
Die Konstruktion der Druckwerke ist von beiden Ventilsystemen vollkommen unabhängig: beide Testkandidaten haben das gleiche Druckwerk, das sich immer mehr durchzusetzen scheint. Wir betätigen hier mit dem Daumen - wie gewohnt - das Quartventil und mit dem Mittelfinger das Terzventil.
Die üblichen, gut passenden Koffer, das übliche Zubehör - da versteckt sich im Yamaha-Etui doch tatsächlich noch ein D-Stimmzug! Er ist als Option im Preis enthalten und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten - ein erster Pluspunkt nach Japan.
Die Instrumente sind sehr verschieden. Jupiter setzt auf den großen Messingbecher (mit 254 mm Durchmesser im sonst üblichen Mittelfeld), Yamaha baut bei allen Bassposaunenmodellen Goldmessingbecher ein - bei der '620' ist er recht klein geraten und mit 241 mm genau 13 mm kleiner als der taiwanesische Kollege. Bei der Bohrung ist es umgekehrt. Yamaha bietet mit 14,3 mm Standard-Größe, Jupiter fällt mit 14,25 mm etwas ab. Der Anblastest verspricht interessant zu werden!
Bei der Ventilkonstruktion schwört Jupiter auf das In line-System (mit Drückern für Daumen und Mittelfinger). Sehr gut, keine Plastikgelenke mehr, wie früher üblich; Minibal ist also auch in Taiwan angekommen.
Gleiches Druckwerk bei Yamaha, allerdings Gelenke vom Fabrikat 'Hausmarke' - die Japaner sollten in dieser Beziehung ihren Stolz endlich mal hinten anstellen! Durch das 'off set'-System ist die '620' natürlich eine ganz anderen Posaune als der Konkurrent - mit der 'alten' 612 hat sie nur noch das Ventilsystem gemeinsam, ansonsten ist sie eine echte Neuentwicklung. Ein Blick noch auf die Züge: Neusilber mit Messingbogen bei Jupiter, in gewohnter Optik Neusilber komplett bei Yamaha. Sie laufen hervorragend. Hier muss ich Jupiter lobend erwähnen - denken wir an die alten 636-Züge und sehen, was bei der Produktion heute hervorgebracht wird. Dazwischen liegen Welten. Hochwertige Qualität zeichnet die handwerkliche Verarbeitung der Instrumente aus.
Hier kann wirklich kein Unterschied mehr zwischen den beiden Fabrikaten ausgemacht werden - bis auf ganz kleine Unsauberkeiten (bei beiden Instrumenten) ist alles sehr gut gelungen. Welche soll man nehmen? Der Anblastest entscheidet.
Die ersten Spielversuche zeigen es sofort: reiche Erfahrung im Bassposaunenbau kann nichts ersetzen.
Gewohnt bequem, gut ausbalanciert mit sehr gut positionierten Drückern liegt die Yamaha-Posaune bei jedem Spieler fast automatisch richtig. Sie wirkt klein und zierlich, als Conn 112H-Spieler oder 8B-Posaunist ist man andere 'Hobel' gewöhnt. Jetzt kann ich richtig schön am Schallbecher vorbeischauen - wenn nicht gerade gespielt wird.
Und das geht richtig gut! Die Ventile laufen in Yamaha-Qualität, Triller sind kein Problem, Zufriedenheit macht sich breit. Mancher 'Getrennt'-Bläser muss sich zwar erst auf dem System zurecht finden, dann wird die zusätzliche Möglichkeit der 'in line'-Konstruktion aber schnell vergessen. Der Luftfluss ist bei geschlossenem Quartventil sehr frei und wenig eingeengt, leichte Einbußen zeigen sich beim Drücken von Ventil 'Eins' und noch deutlicher bei voll kombinierter Spielweise.
Das fiel aber wirklich bewusst nur auf, wenn man die Haagston PB-2, die zufällig noch im Hause war, als Referenz hinzu zog. Dann wurde deutlich, dass konventionelle Ventiltechnik nicht so gut sein kann, wie teurere Spezialsysteme - die hat die Jupiter-Posaune aber auch nicht, sondern das 'in line'-Ventilsystem. Wir testen mal an.
Das Instrument fühlt sich 'hakelig' an, längst nicht so bequem zu halten und noch unbequemer zu greifen. Die Drücker liegen viel zu weit auseinander und können nur kurzzeitig gemeinsam betätigt werden. Ebenfalls zu weit auseinander sind Becherstütze und Zugquersteg positioniert - eine zusätzliche (verstellbare) Handstütze wäre eindeutig von Vorteil - obwohl es bei Yamaha ja auch ohne geht.
Bereits nach einigen Minuten zeichnet sich im Handballen der Rändel für die Befestigung des Posaunenzuges deutlich ab - nicht gerade bequem.
Der Widerstand im Ventilsystem ist eindeutig höher als bei der japanischen Konkurrenz - diverse Biegungen und Einengungen der Luftsäule durch immer zwei Drehventile bleiben natürlich nicht unbemerkt - ob die größere Flexibilität bei den Grundstimmungen diesen Nachteil ausgleichen kann?
Beim Soundvergleich wird klar: was die '740' auch versucht, die '620' kann es noch ein bisschen besser. Ihr Becher ist klein - das hört sich aber nicht so an. Da muss die '740' richtig arbeiten, um hier mithalten zu können - Bassposaunenhersteller favorisieren eindeutig Goldmessing im Schallstückbau.
Beide Instrumente stoßen natürlich an ihre Grenzen, wenn es im tiefen Bereich richtig 'zur Sache' geht und der Profi das Letzte aus den 'Kannen' heraus zu holen versucht. Die Pedaltöne können beide Instrumente erreichen, wirklich schön und klar klingt das aber nicht mehr, besonders, wenn beide Ventile benutzt werden. Mittlere und hohe Lagen werden gut gemeistert; im Fortissimo brauchte die kleine Japanerin sich nicht verstecken und sie legte sich wacker ins Zeug. Die Große aus Taiwan tat sich auch hier schwerer: Fortissimo-Passagen waren immer an der Grenze zum Schmettern, was sich auch im unteren Bereich fortsetzte.
Intonation bei der Bass-Posaune - immer ein Thema für sich. Die Posaune ist kein Ventil-Instrument; werden gleich zwei Wechsel eingebaut und betätigt, stimmen alle Längen und Zugpositionen nicht mehr - man muss ausgleichen. Doch beide Konkurrenten zeigten sich hier relativ unbeeindruckt. Steckt der D-Stimmzug im System, muss der Posaunenzug fast auf der ersten Position plaziert werden, dann kann man spielen.
Natürlich gibt es Instrumente, die es besser können und die von professionellen Musikern bevorzugt verden. Sehen wir auf den Preis der beiden Kandidaten, liegen wir im unteren oder allenfalls erst mittleren Segment.
Welche soll man nehmen? Der Test zeigt eindeutig, dass die Yamaha 620G mehr Vorteile bietet. Angefangen beim Handling über Bequemlichkeit, Sound und Ansprache zeigt sie wirklich gute Qualitäten - und beweist die Erfahrung des japanischen Herstellers. Das eingebaute Ventilsystem arbeitet problemlos und ist für alle Fälle bestens zu gebrauchen. Bei Soundverhalten und Ansprache ist es wohl mitverantwortlich für das gute Ergebnis. Es muss also nicht immer 'in line' sein.

Jupiter hat mit der 740 L wieder mal einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan. An diesem Instrument ist noch Feinarbeit angesagt; es kann zwar insgesamt zufrieden stellen, aber in diesem Segment ist die Luft 'sehr dünn' und der Bläser fordert hier einen hohen Qualitätsstandard. Den hat Yamaha mit der '620' sicherlich erreicht, Jupiter - so vermuten wir - werden wir spätestens beim zweiten Anlauf mit auf der Zielgeraden sehen. Dann vielleicht auch mit einer 'Off set'-Variante?

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