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Ich spiele seit gut einem Jahr nun Bassposaune (King) und habe immer das Problem. Wenn ich z.B. ein Kontra B spiele und nacher in einem Lauf oder gleichen Takt ins b' hinauf muss, passiert mir es immer wieder dass mir dazwischen die Töne versagen sobald es höher wird. Ich muss dann immer neu ansetzen am Mundstück. Kann mir jemand einen Trick geben damit das nicht passiert?

Mit der richtigen Methode klappts bestimmt: TIEF in den Bauch Einatmen (Bauch Raus!), Lippenspannung beachten, mittlere Tonlage und dann Bindungen auf allen Lagen, z.B. B,F,B; und wieder zurück, dann die 2. Lage, 3. Lage usw., , langsam spielen, laut leise, vielleicht dann auch mal über 4 oder 5 Töne gehen. Dann gehts weiter ab in die Tiefe, mit der gleichen Übung. Immer auf die Lippenspannung achten, den ersten Ton fest anblasen und die nachfolgenden Töne binden, Atemstütze hilft. Wie fast überall im Leben: Üben, Üben, Üben!  Nie bequem werden!

Mein Tipp an Dich waere, den Lauf umzukehren. Dann kannst Du den Ansatz von oben mit nach unten nehmen und den "Bruch", mit dem uebrigens alle Bassposaunisten, die ich kenne, zu kaempfen haben, so vermeiden oder zumindest verringern. Ich wuerde es so machen: Zunaechst langsam (evt. mit glissando) nach unten spielen und dabei das Mundstueck an den Lippen lassen (damit ich nicht in Versuchung komme, den Ansatz zu aendern). Sollte ich, da das Tempo ja langsam ist, dazwischen atmen muessen, so mache ich dies durch die nase um den Kontakt zum MS wirklich nicht zu verlieren. Wenn ich dann - kann einige Zeit dauern - in der Lage bin, ohne Bruch nach unten zu spielen ist auch der umgekehrte Weg kein Problem mehr.

Ich bin jetzt seit ca. 9 Jahren bei meiner Bassposaune (Bach 50BL mit Neusilberkranz und Miniball-Mechanik Marke Lätzsch), allerdings "nur" auf höherem Posaunenchorniveau und nicht als Profi. Für Einzelunterricht im Posaunenchor reicht es aber. Daher also nur eine Laienantwort. Ich würde das "Problem" nicht als solches bezeichnen, denn mal eben im selben Takt von der Kontralage über 3 Oktaven zum b' nach oben zu spielen bedarf schon eines gewissen technischen Könnens. Dass man das Mundstück dabei umsetzt, ist (bei mir) normal, lässt sich aber durch gezieltes Üben zumindest vermindern (ich arbeite daran...). Im Prinzip hilft alles, was die Flexibilität der Lippen trainiert. Also Übungen auf dem Mundstück (z.B. glissando von sehr tief bis ganz hoch und zurück) und Lagenübungen auf dem Instrument. Mögliche "Fehler", die die Flexibilität einschränken, könnten sein: a) unnötiges Anpressen des Mundstücks. In der Tiefe ist das wohl eher nicht so wichtig. Wenn man aber in der Höhe das Mundstück anpresst, kann es Probleme geben, wieder nach unten zu kommen. b) das Mundstück wird zu Beginn in einer für die Kontralage bequemen Lage, also am Mund weiter unten angesetzt. Meiner Meinung nach sollte man das Mundstück immer einigermaßen mittig ansetzen und sich von dieser neutralen Mundstückposition den Tonraum in beide Richtungen erarbeiten. Ich denke, damit kann man das ungewollte Umsetzen des Mundstücks vermindern, da der "optimale" (leichtere) Mundstückansatz für hohe und tiefe Töne in etwa gleich weit entfernt ist. Allerdings empfehle ich vor bzw. zu einer solch gravierenden Umstellung des Ansatzes einen Lehrer/Profi aufzusuchen. c) die Luftführung ist nicht stabil genug. Bei einer größeren Bewegung nach oben (z.B. Lagenwechsel) gebe ich immer ein wenig mehr Luft (wenn pp in den Noten steht, hast Du evtl.ein Problem... *grins*). Eine stabile Luftführung entscheidet bei mir häufig darüber, ob ein kritischer Ton gerade noch kommt, oder nicht. Für das Einblasen würde ich Lagenübungen den Tonleitern vorziehen, da man hier auf einem Luftstrom einen möglichst großen Tonraum ausreizen kann (Flexibilität). Der "eine" Luftstrom ist für mich wichtig, weil ich beim Nachatmen schon mal unbewusst das Mundstück minimal umsetze und genau das will ich ja verhindern. Sehr effektive Übungen sind z.B. Oktavbindungen (B-BB-B-b-(b')-b-B-BB) oder Dur-Dreiklänge (über mehrere Oktaven). Wie bei jeglicher Art von Übungen sollte aber darauf geachtet werden, das ganze behutsam anzugehen, also einen zur Zeit sicher erreichbaren Tonumfang ohne Mundstückumsetzen langsam ausbauen und dabei immer das Nicht-Umsetzen des Mundstücks sowie den sauberen Klang in den Vordergrund stellen. Später kann man das Ganze dann auf Geschwindigkeit üben und auch Tonleitern über mehrere Oktaven spielen.

Mit einem Trick ist es nicht getan, fürchte ich. Aus dem Bassposaunen-Workshop Anfang März in Nürnberg habe ich die Lehre gezogen, dass fast alle Ansatzprobleme auf ungenügender Luftführung beruhen. Es hat wohl fast jedes Instrument mindestens einen Ton, der nicht ganz so leicht anspricht wie der übrige Bereich, oder bei dem es einen merklichen Übergang gibt. Ich weiß von Tenorposaunen, auf denen das as1 im höheren Bereich nicht so gut anspricht. Auf meiner Bassposaune ist der Übergang vom tiefen H zur Pedallage schwierig. Das scheint bei vielen Bassposaunen so zu sein, ist vieleicht auch prinzipbedingt. Auf meiner Kontrabassposaune muss ich das Des in der Mittellage sehr genau stützen, damit es nicht knattert und wegrutscht. Genau diese Stellen sind es, die mir zeigen, wo es noch etwas zu üben gibt. Wenn diese kritischen Töne oder Übergänge in jeder Situation sauber und sicher kommen, dann bläst dort jemand, der das Instrument so halbwegs beherrscht.

Hast du schon mal was von der Spielweise von Malte Burba gehört? Der hat nämlich eine ganz bestimmte Zungentechnik, und zwar die Zunge liegt hinter den unteren Schneidezähnen und wenn es in die höhere Lage geht, dann formt man die Zunge so, wie wenn man ein "i" spricht. Also die Technik ist ein Übergang von dem Vokal "a", den man in der Grundlage spielt, über "ä" (höhere Mittellage) und "e" (hohe Lage) bis "i" (sehr hohe Lage). Am besten empfiehlt sich da eine Schule von Malte Burba zu kaufen, da ist alles noch genauer beschrieben.