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Seit ca. einem Jahr ist der Ansatz weg und trotz täglichen Übens wird es nichts mehr. Die Lippe schwillt bei jedem spielen an wie bei einem Anfänger der keinerlei Ansatz hat. Der Hautarzt meinte es könne daran liegen, dass mit einem Herpes an der Oberlippe Posaune gespielt wurde und daraufhin ist die Oberlippe sehr empfindlich. Ein Nickeltest ergab leichte Nickelallergie. Wir dachten es liegt am alten Mundstück. Aber jeder Versuch mit einem anderes Mundstück hat nichts gebracht (andres Metall, Plexiglas).

Wie  wäre es mit einem vergoldeten Mundstück? Wie wäre es mit einer mehrwöchigen Pause? Das ist zwar völlig lustfrei, ich könnte mir aber  vorstellen, dass die Musik nach so einer Pause wieder etwas besser geht. Es wäre  nicht der erste Fall, dass jemand sich die Lippe kaputt geblasen hat, obwohl man  das sonst hauptsächlich von Trompetern hört. Danach wäre vieleicht  professionelle Hilfe in Form von Unterricht nicht schlecht.

1) breiten goldrand versuchen; oder komplett vergoldetes mundstück; oder massivsilbermundstück. auf jeden fall würde ich einen breiten rand nehmen. ich glaube nicht, dass eine allergie die hauptursache ist, denn dann dürfte das plexiglasmundstück keine probleme machen.
2) vielleicht liegt eine überlastung durch die kombination viel üben/lippenerkrankung (und vielleicht noch viel druck mit schmalem rand) vor. daher zunächst 2 wochen pause (gar nicht spielen) und dann zunächst max. alle 2 tage 15 min und nur tiefe töne. um den druck abzubauen sind die "one note exercises" aus dem "coordination training program" von Bart van Lier sehr zu empfehlen.
3) liegen probleme mit den schneidezähnen vor oder sind sonstige entzündliche erkrankungen in der mundhöhle bekannt (paradonthose oä)?

Mögliche Ursachen sind fokale Dystonie (teilweise Muskellähmung), Überempfindlichkeit der Nerven, allgemein Stress, Allergie, falsche Technik. Ratsam ist es erstmal einen erfahrenen Lehrer hinzuzuziehen. Wenn das nix bringt am besten Prof. Altenmüller in Hannover kontaktieren, das ist ein  Facharzt für Musikerkrankheiten.

Ich würde es mal mit einem vergoldetem Mundstück probieren und auch verschiedene Hautärzte konsultieren. Empfehlenswert wäre auch der Besuch eines Kurses bei Malte Burba (www.burba.de). Malte Burba kennt sich medizinisch ein bißchen aus und ist wahrscheinlich der führende Pädagoge weltweit für Ansatzprobleme aller Art (meiner Meinung nach). Vielleicht handelt es sich hier auch um das gleichzeitige Auftreten zweier unabhängiger Ereignisse, z.B. Herpes auf der einen und Verlust des Ansatzes durch z.B. lange Spielpause oder Zahn oder Atmungs-Probleme oder sonstiges auf der anderen.

Ich kenne einen Neurologen, der selbst engagierter Hobbybläser ist und sich viel mit medizinischen Problemen bei Bläsern auseinandersetzt. Herr Dr. Pfeiffer aus der Bremener oder Oldenburger Gegend. Seine e-mail-adresse:
dr.andreas.pfeiffer@evangelischeskrankenhaus.de