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Ich hab ein Problem und zwar eins mit meinem Ansatz. Ich hab im unteren Register einen ziemlich guten Ton und auch in der Contralage bis zum Es. Ab dann jedoch geht gar nichts mehr so richtig wegen der beiden Ventilen usw. Ich hab überlegt, dass ich bei Contra B und so schon den Mund sehr weit offen habe und dass der Ringmuskel zu locker ist. Versuche den also etwas zu straffen. und hoffe, dass ich dann so bei Contra D erst umstelle und dann den Ton klar anspielen kann. Was gibt es da für Tipps und was kann man generell über Ansatzumstellen bei der Bassposaune sagen? Ich habe übrigens auch bei Phil Teele gelesen, dass der Ansatz für ein tiefes b der selbe sein  sollte wie für Contra B, oder?

Suchen Sie sich einen qualifizierten Lehrer, einen guten Pädagogen. Arbeiten Sie mit ihm kontinuierlich und lassen Sie sich auf seine Methode ein. Sollte sich keine Besserung einstellen, wechseln sie nach einem Jahr den Lehrer. Vergessen Sie eine Eigentherapie ohne professionelle Kontrolle und vermeiden Sie, dutzenden Empfehlungen folgen zu wollen.

Ansatzumstellung bzw. der ideale Ansatz ist sicher eines der Schlüsselthemen in der Blechbläserei. Grundsätzlich aus meiner Sicht vorweg: Jeder, der ernsthaft ein Blechblasinstrument erlernen möchte, dabei ist es egal, ob Trompete, Horn, Posaune etc., sollte von Anfang an Unterricht bei einem guten Lehrer des gewählten Instrumentes nehmen, um von vornhinein den Ansatz richtig anzutrainieren. Zum zweiten ist die richtige Ausrüstung (Instrument und insbesondere das Mundstück) wichtig. Zur sauberen Produktion von runden, tiefen Tönen benötigt man nun einmal ein ordentliches Bassposaunenmundstück. Andererseits gibt es sicher viele Bassposaunen, die bei zugeschaltetem Ventil(en) bauartbedingt einschnürend wirken. (enge Ventile, oft engerer Innenrohrdurchmesser in der Ventilsektion als im Außenzug). Zum anderen sind bei Betätigung des/der Ventils (e) die richtigen (korrigierten) Zugpositionen wichtig, sonst sprechen die gewünschten Töne nicht gut an. Aber das nur am Rande. Der Tongenerator sind ganz klar die Lippen. Hier liegt das größte Optimierungspotenzial!!! Abgesehen natürlich von ordentlicher Luftführung, Stütze, etc. Um deine Frage zu beantworten: Sicher ist es ideal, stets den gleichen Ansatz durch alle Tonlagen beizubehalten. Also quasi den Ringmuskel und Lippen sich anspannend (hohe Töne) oder entspannend (tiefe Töne) einzusetzen. Wobei die Lippen in der Grundstellung leicht geschürzt von den Mundwinkelmuskeln gehalten werden. Obere und untere Schneidezähne stehen übereinander, so dass die Luft gerade in das Zentrum des Mundstückes strömen kann. Sehr schön wird das in der Broschüre " Die Kunst der Blechbläser" (Ansatzgrundlagen) von Philip Farkas, Edition Hans Pizka München. dargestellt. Dieses Heft kann ich für autodidaktisches Üben nur empfehlen. Aber wie bereits eingangs gesagt ist ein guter Lehrer und das richtige Training, sprich Üben, durch nichts zu ersetzen!

Ähnliche Probleme habe ich auch. Ein erfahrener Bassposaunist riet mir, die Posaune etwas nach oben zu kippen, damit sich der Druck auf die Unterlippe lockert. Damit geht es etwas besser, aber ein sicheres Anspielen des tiefsten Registers habe ich damit auch noch nicht erreicht. Vielleicht gibt es Kollegen, die zusätzliche Tips haben.

Ich hab festgestellt, dass es hier besonders hilfreich ist, eine andere Zungentechnik zu verwenden als in den höheren Lagen. Dabei stößt man mit der Zunge zwischen den Kiefern hindurch, so dass die Zunge beim Stoß erst etwa 10 bis 15 mm hinter der Spitze die obere Zahnreihe berührt statt mit der Spitze wie beim üblichen Stoß auf T-Silben ("Ta" oder "To"). Diese Technik scheint insbesondere unter Tubisten verbreitet zu sein. Trug nach etwas Übung bei mir jedenfalls dazu bei, dass die Ventiltöne deutlich besser ansprechen, und wenn man das erst mal im Griff hat, kann man auch besser am Ton arbeiten. Der Ton auf der Ventilseite allgemein wurde bei mir quasi "durch hören" besser - ich hab früher z.B. viele Etüden aus der Schule von O. Blume dazu gemacht und immer versucht, es so hinzukriegen, dass die Ventiltöne sich möglichst ähnlich anhörten wie die auf der offenen Seite. Den Ansatz hab ich dabei allenfalls unbewusst geändert. Obige Stoßtechnik trug dann dazu bei, dass ich bei den tiefen und den Ventiltönen auch deutlich mehr Luft in das Instrument bringen konnte. Allerdings muss man die Luft dazu erst mal haben, also vielleicht nicht direkt nach der Umstellung von Tenor- auf Bassposaune oder auf ein weiter gebohrtes Mundstück damit anfangen.

Soweit ich weiß, gibt es nicht viele Bassposaunisten, die unterhalb des Kontra-Es noch so richtig Dampf machen können. Wer bläst denn auf der Bassposaune in der Kontra-Oktave schon tiefer als D oder C? Wenn das Kontra-Es sauber kommt, ist doch alles in Ordnung, oder? Hast Du so viel Literatur, die etwas tieferes auf der Bassposaune verlangt? In der Tiefe entscheidet hauptsächlich die Luft über die Klangqualität: Schlaffe Luft führt in der Tiefe zu einem matschigen Ton. Fazit: Rachen weit auf, Mund weit auf, Mundstück mit großer Bohrung und großes Mundrohr. Da muss dann von unten natürlich genug Luft nachfließen, und da hilft nur geduldiges Üben. Was nutzt ein Ton, der matschig klingt? Da verzichte ich auf dem Gig lieber auf bodenlose Tiefe und bringe lediglich einen Ton in der großen Oktave, dafür aber knackig. Auf die Lippenstellung achte ich in der Tiefe nicht so sehr. Ab einem bestimmten Punkt muss ich shiften, wenn ich den Ton überhaupt kriegen will. Das geht selbst einigen von den besten Bassposaunisten so. Das ist bei mir dann aber ohnehin ein Bereich, in dem es noch einiges an der Tonqualität zu tun gibt, damit es für einen Auftritt reicht. Das meint vielleicht auch Phil Teele mit seiner Empfehlung. Bei meiner F-Kontrabassposaune ist dieser Shift-Punkt logischerweise etwas tiefer, etwa an der Grenze zur Subkontra-Oktave. Unterhalb dieses Punktes komme ich nicht so recht weiter. Ich bin mir nicht sicher, ob es überhaupt geht. Es gibt bei uns in Hamburg allerdings schon den einen oder anderen Musical-Bassposaunisten, der da noch ein beeindruckendes Subkontra-As herausschmettert. Aber irgendwo ist da einfach Schluss, da wäre dann wohl das nächst größere Instrument fällig.