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inline (siehe auch Stimmung)

Die beiden Ventile liegen nacheinander in einer Linie und sind unabhängig voneinander zu benutzen.

offset (siehe auch Stimmung)

Das zweite Ventil ist innerhalb des Ventilbogens des ersten Ventils angebracht und kann nur in Kombination mit diesem verwendet werden.

open wrap

Die Ventilbögen sind offen gebaut, d.h. ohne enge Windungen. So gibt es weniger Verwirbelungen und die Luft kann ungehinderter durchfließen. (siehe Holton)

Die klassischen Ventile

Wird das Ventil nicht gedrückt, muss die Luft trotzdem durch die bauartbedingte Engstelle am Ventil hindurch.

Die Luft wird extrem umgeleitet (90 / 180 Grad) und sie muss durch zwei oder sogar vier Engstellen hindurch. Die Tonqualität verändert sich.

Um die Nachteile der klassischen Ventile auszugleichen, wurde verschiedene Systeme erfunden, die alle das gleiche Ziel haben:
einen ungehinderten Luftfluss auch bei gleichzeitiger Benutzung der beiden Ventile.

Folgende Systeme sind momentan auf dem Markt:

Weiterentwicklungen der klassischen Ventile:
Lätzsch”, Kanstul”, “Kühnl” und “Greenhoe
neugestaltete Ventile:
Shires TruBore”, “Hagmann”, “Thayer”, Conn CL, “Advanced balance system”,

Auf die Ventile habe ich von Anfang an größtes Augenmerk gelegt, die Standard Drehventile befriedigen eigentlich nicht. Auf der Suche nach der größtmöglichen Offenheit war ich zunächst auf Thayer-Ventile orientiert, die besten habe ich bei Thein, Kromat, Haag und Shires gefunden. Sie waren mir dann aber zu offen, d.h., ich hatte das Gefühl hineinzufallen. Den an anderer Stelle zu findenden Aussagen: "Im Vergleich zu den Thayer-Ventilen geben die Hagmanns den Bläser/innen mehr Halt und Rückmeldung. Man erreicht mehr klangliche Balance zwischen den verschiedenen Lagen. Außerdem sind sie wesentlich leichter zu warten und zu pflegen." kann ich nur folgen. Für mich sind die Hagmann-Ventile das begeisternde Optimum geworden. Nachbemerkung: Die „Tru Bore“ Ventile von S.E. Shires sind Klasse, auch die "Lätzsch-Ventile" sind sehr zu empfehlen.
Michael Rother

Seit 2006 spiele ich (hobbymäßig)eine B&S Bassposaune (Mod. 3061).  Ich hatte immer wieder ziemlich große Schwierigkeiten mit den Doppelventiltönen, die knapp über dem Pedal-B liegen, v. a. C und H. Ich hatte mich schon mit dem Gedanken getragen, mir eine neue Bassposaune (mit Thayer-Ventilen) zuzulegen, habe mich aber dann Ende 2008 aufgrund der Beratung meines Instrumentenbauers dazu entschieden, „Open Flow“-Ventile von Meinlschmidt  in meine Bassposaune einbauen zu lassen. Diesen Schritt, der nun über vier Jahre zurückliegt, bereue ich immer noch nicht, sondern kann es nach wie vor empfehlen. Nun ist mir klar, dass es viele teurere und auch viel bessere Bassposaunen gibt, mit denen meine sowieso nicht mithalten kann. Ich habe, wenn sich die Gelegenheit ergibt, schon unterschiedliche Bassposaunen ausprobiert und da ist im Vergleich dazu meine gar nicht mal so schlecht. Wenn man eine Bassposaune mit relativ „kleinen“ Standardventilen mit engem Luftdurchlass hat, ist ein solcher Umbau gut und man erreicht mit verhältnismäßig geringem finanziellen Aufwand eine – ich würde sagen – entscheidende Verbesserung. Nicht nur die o.g. Doppelventiltöne, sondern auch die anderen Töne, sogar die Naturtöne, bekommen eine bessere Qualität.
Alois Sailer

Ich spiele seit Jahren eine Edwards mit Thayerventilen. Auf der Musikmesse in Frankfurt diesen Jahres war ich ziemlich überrascht, wie viel Einfluss die unterschiedliche Bauart eines Free-Flow-Ventils auf Sound und Spielgefühl hat. Ich habe z.B. die Posaunen von Haag mit Hagmann-, Lätzsch- und Thayerventilen direkt nacheinander getestet. Gegenüber den alten Standardventilen haben alle natürlich einen besseren Durchfluss der Luft. Die Thayer haben nicht nur keinen Widerstand, die scheinen den Effekt noch zu verstärken. Als würde die Luftsäule im Ventil nicht eingeengt sondern noch weiter geöffnet. Das klang irgendwie kalt und war anstrengender zu spielen. Hagmann und Lätzsch haben anscheinend noch einen so geringen Widerstand, dass der den Ton noch formen kann. Vom Spielgefühl beide gleich, genau richtig um unanstrengend zu sein. Überrascht war ich, wie stark der Einfluss der Lätzsch-Ventile ist. Damit bekamen die Haag-Posaunen ziemlich viel vom Lätzsch-Sound. Die Hagmanns klangen nach amerikanischen Posaunen, aber mit mehr Obertönen und irgendwie viel weicher. Sehr angenehm. Dieses Gefühl hatte ich auch bei Posaunen anderer Marken (z.B. Kromat, Kanstul, Haagston, Edwards). Bach z.B. bietet Posaunen ja auch mit Hagmann-, Thayer- und traditionellen Ventilen an. Ich hab mich bei FMB in Gütersloh mal durch das ganze Bachsortiment spielen können, und da ist mir der Unterschied zwischen den Ventilen zum ersten Mal aufgefallen.
Elmar Stratmann

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